Mit einer radikalen Neuregelung der Zugangskriterien zum Powerseller-Programm will Ebay für mehr Qualität und eine größere Vielfalt auf der Online-Plattform sorgen: So müssen gewerbliche Verkäufer, um sich als Powerseller zu qualifizieren, ab April 2010 nur noch mindestens 100 Transaktionen innerhalb von zwölf Monaten erreichen sowie in dem Zeitraum mindestens 2.500 Euro Bruttoumsatz aus Verkäufen erzielen. Bisher waren für das Erreichen des Powerseller-Status mindestens 300 verkaufte Artikel pro Monat in drei aufeinanderfolgenden Monaten sowie mindestens 3.000 Euro Bruttoumsatz pro Monat nötig. Der deutlichen Senkung der quantitativen Zugangskriterien steht eine Erhöhung der Qualitätsstandards gegenüber: So müssen künftig alle Powerseller einen Mindestwert von 4,40 in jeder der vier detaillierten Bewertungsbereiche haben und die allgemeinen Mindeststandards für das Verkaufen bei Ebay erfüllen. Bisher reichte für eine Qualifikation als Powerseller bereits eine durchschnittliche Kundenbewertung von 4,0 auf der von 1 bis 5 reichenden Skala.»Mit den neuen Kriterien fallen viel mehr Händler in die Powerseller-Kategorie«, erklärt Wolfgang Huber, Senior Manager Community Development bei Ebay Deutschland, zu der Neuregelung. Im Vergleich zur aktuellen Situation ? rund zehn Prozent der 159.000 gewerblichen Verkäufer auf der Plattform sind Powerseller ? werde es eine »signifikante Erhöhung, aber keine Explosion« geben. Eine inflationäre Entwicklung und eine damit verbundene Verwässerung des Powerseller-Siegels fürchtet Huber nicht: »Durch die erhöhten Qualitätsanforderungen ist uns eine Vermehrung der Powerseller nur recht.« Zudem erhielten so auch mehr Händler die Chance, in die im vergangenen Jahr neu geschaffene Powerseller-Kategorie »Verkäufer mit Top-Bewertung« vorzustoßen. Der Ebay-Manager räumt ein, dass auch einige bisherige Powerseller Schwierigkeiten haben werden, ihren Status zu behalten. Doch sollten sich die Händler nicht fürchten: Ebay führe die neuen Kriterien nicht schlagartig ein und die große Mehrheit der Verkäufer habe sich ohnehin bereits seit den im letzten Jahr eingeführten Qualitätsstandards um eine höhere Kundenzufriedenheit bemüht. »Wir haben ein aktives Interesse daran, dass möglichst viele Powerseller über die neue Hürde kommen«, so Huber. Verkäufer, die mit der Anpassung Schwierigkeiten hätten, werde Ebay im Rahmen des Möglichen unterstützen.
Parallel zur qualitativen Neuausrichtung der Powerseller-Kriterien hebt Ebay ab April auch die Mindeststandards für das Verkaufen auf der Plattform an. So darf der Prozentsatz der unterdurchschnittlichen Bewertungen künftig nicht höher als 1,2 oder 2,4 Prozent in den jeweiligen detaillierten Bewertungsbereichen sein (bisher 4 oder 5 Prozent) bzw. darf die Anzahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen über einen vom Transaktionsvolumen des Händlers abhängigen, beschränkten Zeitraum nicht größer als 4 sein (bisher 5). Verkäufer, die keinen der beiden Mindeststandards erfüllen, werden von Ebay mit Sanktionen belegt, wie etwa einer schlechteren Platzierung in den Suchergebnissen oder sogar einer Einschränkung der Verkaufsaktivität. Die E-Commerce-Plattform verfolgt damit ihre Strategie weiter, wonach ein höheres Qualitätsniveau zu zufriedeneren Kunden führe und dies wiederum höhere Umsätze bedinge, die in letzter Konsequenz die Zufriedenheit der Verkäufer förderten.
Das aktuelle Bündel an Ebay-Neuerungen wird schließlich durch eine Nachbesserung beim Thema Versandkosten ergänzt. Vor rund einem Jahr hatte das E-Commerce-Unternehmen in vielen Medien- und Zubehör-Kategorie den kostenlosen Versand verpflichtend gemacht ? und war damit bei vielen Händlern auf Kritik gestoßen. Nun rudert Ebay zurück: Den Zwang zum kostenlosen Versand wird es bereits ab 8. Februar nicht mehr geben. Stattdessen wird in allen bisher von der Regelung betroffenen Kategorien eine feste Versandkosten-Obergrenze von sieben Euro eingeführt. Für bestimmte Versandformate wie »Büchersendung« oder »Brief« gelten zudem künftig auf dem gesamten Ebay-Marktplatz spezifisch festgelegte Obergrenzen.
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