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Oracle-Chef-Ellison macht gute Stimmung

Breiter Widerstand gegen die Übernahme von Sun Microsystems hatte in den letzten Wochen das Image von Oracle belastet. Nachdem die Wettbewerbsbehörden die Akquisition gutgeheißen haben, gab sich Firmemchef Larry Ellison nun versöhnlich: Oracle wolle Sun durch die Einstellung von 2000 Entwicklern und Vertriebsleuten pushen.

Oracle Chief Executive Officer Larry Ellison will den Software-Riesen in ein Unternehmen verwandeln, welches das »Hardware-Geschäft ernst nimmt«. Das gab der Manager im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, auf der er die Strategie der Firma nach Genehmigung des Kaufs von Sun Microsystems erläuterte.

Vor allem im Server-Geschäft will Oracle laut Ellison zulegen. Entgegen den Erwartungen wird er daher nicht die Axt an Suns Personaldecke anlegen, sondern im Gegenteil rund 2000 Entwickler und Vertriebsleute neu einstellen. »Wir werden Sun nicht durch Kürzungen profitabel machen«, so das Bekenntnis des Oracle-CEOs.

Damit vollzieht Ellison gewissermaßen einen Salto rückwärts: Noch vor drei Jahren hatte er geäußert, die Zukunft der IT, und damit auch von Oracle, liege in Software. Nun setzt er auf eine Kombination aus Hard- und Software sowie IT-Services. Das Unternehmen will künftig als »One-Stop-Shop« auftreten, das unter anderem Ausrüstung für Datacenter, wie Speichersysteme und Server, und die dazu gehörige Datenbank- und Anwendungssoftware liefert. Wie das genau aussehen soll, ließ Ellison noch offen, etwa im Rahmen von IT as a Service (ITaaS) oder Software as a Service (SaaS). Vermutlich wird Oracle beide Konzepte anbieten.

Fest steht, dass die Low-End-Server auf Basis von x86-Prozessoren keine Rolle im Produktportfolio mehr spielen werden. Oracle-Sun werde sich auf Hochleistungssysteme auf Basis von Suns »Sparc«-Prozessor konzentrieren.

Als Vorbild nannte Ellison Apple. Dieser Firma sei es gelungen, bei iPod und iPhone Hard- und Software in perfekter Manier miteinander zu verbinden. Nicht zu vergessen Online-Services wie iTunes und den App Store von Apple. Vergleichbares will der Oracle-Chef nun auch mithilfe von Sun im Bereich professionelle IT schaffen.

Mit diesem Ansatz sieht sich Ellison gegenüber Konkurrenten im Vorteil: »IBM hat keine Anwendungen, SAP keine Infrastruktur-Software und Microsoft keine Hardware.« Die Transformation von Oracle und Sun zu einer »Sunracle« werden allerdings Top-Manager von Sun nicht miterleben. Wie zu erwarten war, verlässt CEO Jonathan Schwartz das Unternehmen.

Auch ein Urgestein von Sun, der frühere CEO und derzeitige Chairman Scott McNealy, gibt seinen Posten auf. Sun habe Fehler gemacht, so McNealy in seiner Abschieds-E-Mail an die Mitarbeiter. Aber das Unternehmen sei auch höchst innovativ gewesen und habe »weder gelogen noch betrogen noch irgendwelche Gesetze gebrochen«, so der langjährige Sun-»Evangelist«.

Was Schwartz und McNealy künftig tun werden, ist noch nicht bekannt. Schwartz will Gerüchten zufolge ins Capital-Venture-Geschäft einsteigen.

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